Am besten heute nicht entscheiden, dann kannst du morgen nochmals leiden!

Warum die Schieberei Glücksmomente kostet

Soll Nicole alle Brücken hinter sich abbrechen und den Auslandsjob annehmen? Das Herz sagt ja, die Seele ist voller Sehnsucht. Im Moment ist es zwar okay, aber aufregend und toll findet sie ihr Leben nicht.

Also fragt sie Familie und Freunde um Rat. „Tu, was du für richtig hältst“ , sagen die. Nützt ihr auch nix. Also dockt sie beim Universum an. Sie geht spazieren und pflückt ein Gänseblümchen, zupft eine Blüte nach der anderen aus. Nein, ja, nein… ja! Soll die Entscheidung wirklich ja heissen – aufgrund einer Blüte?

Sie spaziert weiter und sieht eine Münze auf dem Boden. Kopf oder Zahl? Sie hebt sie auf, wirft sie. Kopf für ja. Die Münze fällt und zeigt Kopf. Zweimal Ja. Wink genug, dass Nicole sich entscheidet?

Nein. Sie verlässt den Park. Ein Autofahrer bremst scharf und hält mit quietschenden Reifen. Nicole erschrickt und denkt sich: „quietschende Reifen – klang das etwa wie ein „neeeeiiiin?“

Hab ich’s doch gewusst“, denkt sie sich und macht weiter wie bisher.

Entscheidungen zu fällen, bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Ein Grund, warum wir Weltmeister darin sind, sie hinauszuschieben? Je schwieriger der Entscheid, desto lieber kommt das Drückeberger-Syndrom zum Vorschein.

Die Kunst der Entscheidung: Zackig gefällt?

Wir schieben Entscheidungen hinaus, weil wir vom Unbekannten zurückscheuen. Zudem haben wir oftmals das Gefühl, dass der Entscheid, der ansteht so schwerwiegend ist, dass wir ihn über Jahre hin nicht rückgängig machen können. Dass das überhaupt nicht stimmt oder unser Kopf das Problem grösser macht, als es wirklich ist, trägt noch zum Drückebergern bei: In der heutigen, schnelllebigen Zeit haben nur noch wenige Entschlüsse wirklich jahrelange Folgen.

Ich merke oft, dass sich heute so schnell so vieles ändert, dass wir in wenigen Jahren gar nicht mehr an den Entscheid denken, der uns heute als unfällbar erscheint.

Deshalb bleiben wir lieber im ungeliebten, aber sehr bequemen Zustand und das oft über Jahre hinweg.

Einige Beispiele:

  • Soll ich den Beruf wechseln?
  • Soll ich für den Job umziehen?
  • Soll ich mich trennen?

Ich bin dafür, diese Dinge sofort anzupacken. Nur wenn wir uns Dingen entledigen, die uns stören, nerven, Zeit rauben, und auch den Mut fassen, einen Beschluss endlich zu fällen, können wir aus dem Alltagssumpf aussteigen.
Die Lösung: Treffen Sie’s schneller
Welche Strategien gibt es, damit Entschlüsse einfacher fallen? Das Wichtigste beim Entscheidungen treffen ist, sich selbst gut zu kennen. Wenn Ihr höchster Wert nicht die Karriere, sondern der soziale Umgang mit der Familie / Freunden ist, dann macht es durchaus Sinn, das tolle Jobangebot fernab der Heimat auszuschlagen, auch wenn Karriereleiter oder Geld locken.
Zudem ist es ungeheuer erleichternd und energiesparend, einen Beschluss zu fassen. Je schneller Sie entscheiden, desto eher hat Ihr Kopf die Sache abgehakt und ist wieder frei für die wichtigen Dinge.

Darum empfehle ich:

  • Treffen Sie kleine Entscheidungen rasch
  • Bei grossen Entscheidungen: Machen Sie eine Liste, sobald ein Entschluss ansteht. Schreiben Sie alle positiven und negativen Aspekte auf. Bewerten Sie die Positiven mit 1 bis 10.

Danach überlegen Sie sich bei den negativen Punkten:

  1. Kann ich mit diesem Punkt leben?
  2. Kann ich den Punkt mit direkten Handlungen entschärfen?
  3. Kann ich einen Kompromiss eingehen, und gefällt er mir?

Diese Entscheidungshilfe wende ich im Coaching oft an – sie erleichtert es meinen Klienten, Entscheide zu fällen. Natürlich bedeutet ein Entschluss, dass Sie Verantwortung tragen, oder mit gewissen Konsequenzen leben – vor allem jedoch verschafft ein Entschluss endlich ein Stück mehr Selbstbestimmtheit – und somit auch Freiheit.

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